„Ich wollte immer weiter, immer höher“

Das war wohl einer der Hauptgründe, weswegen sich Stefan Peuker nach seiner schulischen Ausbildung für das Nachholen der Fachhochschulreife und letztendlich für das Studium der Betriebswirtschaftslehre in Stendal entschied. Aus seiner Familie ist er der erste, der diesen akademischen Weg einschlägt und prinzipiell gefällt ihm das Studieren. Doch anfängliche Zweifel zum Studienfach werden erst konkret, als er in einer Vorlesung zum Thema Informatik sitzt. Im Nachhinein bezeichnet er diesen Moment als das Schlüsselerlebnis, welches ihm zum darauffolgenden Studienabbruch führt – das fehlende Interesse am Studienfach Betriebswirtschaftslehre und die Begeisterung für Informatik werden ihm bewusst.
„Es war keine schwere Entscheidung – vielmehr eine Last, die endlich abgefallen ist“.

Eine Ausbildung ist für ihn das nächste Ziel, über die Agentur für Arbeit wird er auf das Projekt ISABEL aufmerksam. Sein Coach Sarah Rögner kann ihn in seiner Umorientierung unterstützen, gemeinsam reflektieren sie grundlegende Persönlichkeits- und Wesenszüge und schärfen so sein Selbstbewusstsein und sein Selbstverständnis.

2017 11 07 Foto Stefan Peuker Arbeitsplatz Kopie

 „Mir wurde bewusst, dass ich ein sehr stringent handelnder Mensch bin, wenn ich etwas verändern möchte, dann tue ich dies konsequent und sehr zielstrebig. So war es auch mit dem Studium: ich wusste, dass es nichts mehr für mich ist – also habe ich es abgebrochen, ohne große Zweifel.“ (Stefan Peuker)

 
Diese und weitere Stärken wurden Stefan Peuker im Coachingprozess deutlich, ebenso wie die Konkretisierung des Ausbildungswunsches: ein regionales, kleines Unternehmen sollte es sein, welches eine Ausbildung im Bereich der Informatik anbietet. Er liest verschiedene Unternehmensprofile und Ausbildungsangebote, schreibt Bewerbungen und bekommt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bei der Firma quadrosoft GmbH in Möser.

„Wir sind auf persönliche Empfehlung auf das Projekt ISABEL aufmerksam geworden. Wir wollten unser Team verjüngen und suchten aktiv nach Studienabbrechenden, um diese bei uns im Unternehmen weiterbilden zu können.“ (Kathrin Sonntag, quadrosoft GmbH)

Bei der Erstellung des Unternehmensprofils für das Projekt wurde im Gespräch dann deutlich, dass es für das Unternehmen sinnvoll ist, Studienabbrecher nicht nur einzustellen, sondern diese vorher im dualen System auszubilden:

„Es wurde klar, dass wir selber ausbilden müssen – so können wir von Anfang an auch spezielle Anforderungen vermitteln und unsere Auszubildende auch nach Beendigung ihrer Ausbildung bei uns besser übernehmen.“ (Kathrin Sonntag, quadrosoft GmbH)

Die Zeitspanne zwischen dem Erstkontakt bei MA&T und dem Bewerbungsgespräch von Herrn Peuker beträgt nur wenige Monate, im September 2017 konnte Stefan Peuker erfolgreich seine Ausbildung zum Fachinformatiker für Applikationsentwicklung beginnen.

Beide betonen, dass für sie der Status eines Studienabbrechers in keiner Weise eine negative Bedeutung hat, vielmehr kann auf Vorwissen und Erfahrungen aufgebaut werden, die Entscheidung für das Unternehmen sei sehr reflektiert und eindeutig gewesen, sodass alle Beteiligten voneinander profitieren.

Durch das enge Netzwerk im ISABEL-Projekt konnte ein schnelles und gut harmonierendes Matching realisiert werden, beide Parteien sind über das Ergebnis sehr zufrieden und die quadrosoft GmbH wird auch zukünftig bei der Suche nach Auszubildenden auf die Unterstützung von MA&T zurückgreifen, denn nach ISABEL geht es mit dem Nachfolgeprojekt P-ISA ab dem 1. Februar 2018 nahtlos weiter.