Über P-ISA

Im Kammerbezirk der IHK Magdeburg stehen im Jahr 2025 voraussichtlich 38,7 Prozent potenzielle Auszubildende (16 bis 25 Jahre) weniger zur Verfügung als im Jahr 2008. Dies bedeutet in absoluten Zahlen ca. 50.000 Auszubildende im Jahr 2025 weniger als im Jahr 2008! Gleichzeitig bricht gegenwärtig ca. jede_r fünfte Student_in das Studium ab (einschließlich Wechsel der Studienrichtung). Die Potenziale von Studienabbrecher_innen (StA) für den Arbeitsmarkt sind enorm groß. In Anbetracht der Tatsache, dass Auszubildende aktuelles Wissen in die Unternehmen bringen, und dass immer mehr Unternehmen den Fachkräftemangel spüren, verstärkt sich das Interesse von Unternehmen an Bewerbungen dieser Personengruppe um Ausbildungsplätze, um Duale Studienplätze oder um die direkte Einmündung in Beschäftigung mit berufsbegleitender Qualifizierung. Die Bereitschaft von Unternehmen, in die Gewinnung und Ausbildung junger Leistungsträger_innen zu investieren, steigt.

Mit dem Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER plus fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bundesweit die Verbesserung regionaler Ausbildungsstrukturen. Die JOBSTARTER plus-Projekte unterstützen mit konkreten Dienstleistungen kleine und mittlere Unternehmen in allen Fragen der Berufsausbildung und tragen so zur Fachkräftesicherung bei. Durchgeführt wird das Programm von der Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Europäischen Sozialfonds fördern zwischen 2018 und 2021 deutschlandweit Projekte mit dem Ziel, StA in Ausbildung zu bringen.

P-ISA - "Partnerschaft zur Integration von Studienabbrecher_innen in Ausbildung" ist eines von diesen mehreren JOBSTARTER plus Projekten, angesiedelt in Sachsen-Anhalt. Im Projekt P-ISA kooperieren die MA&T Organisationsentwicklung GmbH in Magdeburg, die Hochschule Harz und die Hochschule Merseburg mit jeweils einem eigenen Teilprojekt.

Im Zeitraum vom 1. Februar 2018 bis 31. Januar 2021 konzentriert sich P-ISA auf folgende Projektinhalte:

  • Kleinstunternehmen bis 49 Mitarbeiter_innen, kleine und mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeiter_innen, die in den nächsten Jahren qualifizierten Fach- und Führungsnachwuchs benötigen, werden zur Ausbildung von Studienabbrechenden (StA) angesprochen. Die Unternehmen können anhand systematischer Instrumente ihre Ausbildungsattraktivität prüfen. Sie erhalten Beratung zur gezielten Ansprache von StA und zu deren beruflichem Einstiegs- und Entwicklungsprozess. Dabei spielt neben dem Bewusstmachen von betrieblichen Attraktoren auch die Beratung zu Verkürzungsmöglichkeiten der Ausbildung eine Rolle.
  • Junge Frauen und Männer, die ihr Studium bereits abgebrochen haben oder die Studienzweifel haben, können das Angebot einer individuellen Karriere-Beratung nutzen, um sich beruflich neu zu orientieren. Passende Beratungsangebote werden sowohl seitens der beiden beteiligten Hochschulen vor Ort als auch seitens der MA&T Organisationsentwicklung GmbH in Magdeburg unterbreitet.
  • Ein bestehendes Netzwerk regionaler Arbeitsmarktpartner zur beruflichen Einmündung von StA wird weiter ausgebaut. Das gemeinsame Ziel ist, die Möglichkeiten zur Verkürzung von Ausbildungszeiten aufzuzeigen und vielfältige Zugangswege zu hochwertigen Berufsabschlüssen an Einzelbeispielen zu erproben.
  • Um einen Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung von Studienabbrüchen zu bewirken, werden Erfolgsbeispiele von StA aufbereitet und Berufswege ehemaliger Studienabbrecher_innen nachgezeichnet.
  • Die Hochschule Harz integriert Beratungsleistungen in das „Studium ++“ und weitet dieses spezielle Studieneinstiegsprogramm von ehemals dem Fachbereich Automatisierung und Informatik nun auch auf die Fachbereiche Verwaltungs- und Wirtschaftswissenschaften aus. Außerdem wird die Hochschule Harz bestehende Systeme, um Studienzweifelnde frühzeitig zu erkennen, weiterentwickeln.
  • Die Hochschule Merseburg wird ebenfalls bestehende Beratungsangebote für Studienzweifelnde (StZ) und StA ausbauen. An der Hochschule Merseburg wird eine Koordinatorin zur Betreuung von StZ und StA sowie ein Beratungsansatz zur systematischen Prozessbegleitung von StZ und StA etabliert.

Das Projekt P-ISA baut auf den Vorfahrungen aus dem Landesprojekt ISA und dem JOBSTARTER plus-Projekt ISABEL auf. Es basiert außerdem auf Erfahrungen der beiden beteiligten Hochschulen aus einschlägigen Landesprojekten sowie auf der Mitwirkung aller P-ISA-Partner_innen in der Arbeitsgruppe „Durchlässigkeit der beruflichen Bildung“ im Fachkräftesicherungspakt des Landes Sachsen-Anhalt. Informieren Sie sich über die Erfolgsbeispiele aus den benannten Vorhaben und nutzen Sie die entstandenen Handlungshilfen und Werkzeuge zur Gewinnung von Studienabbrecher_innen!